Wir werden 25! Der TCM feiert Geburtstag

Mitten im idyllischen Grün des Agraparks am Ufer der „Kleinen Pleiße“ sticht dem Beobachter sofort das energische Orange des Ziegelmehls ins Auge. In den Sommermonaten herrscht dort täglich ein reges Treiben, aktive Sportler zeigen unter neugierigen Blicken durch die Maschen des Zaunes ihr Können. Hier befinden sich die drei Tennisplätze des Tennisclubs Markkleeberg, einem kleinen, familiären Verein, der heute um die 90 Mitglieder zwischen 5 und 85 Jahren zählt und fest zur Markkleeberger Sportlandschaft gehört. Seit nunmehr 20 Jahren wird hier dem weißen Sport nachgegangen, der Verein selbst feierte am 26. April dieses Jahres sogar sein 25-jähriges Jubiläum. Dabei haben einige ganz besondere Menschen tiefere Spuren in der Geschichte des TCM hinterlassen: Dr. Jürgen Morgenstern als 2. Vorsitzender, der schon 1949 als Balljunge aktive Peter Hage sowie Oskar Baumgarten, seines Zeichens Gründungvorsitzender und noch heute der „Herr über die Courts“. Er prägt den Verein seit einem Vierteljahrhundert wie kein Zweiter und erinnert sich auch nach dieser „Silberhochzeit“ noch ziemlich genau an jenes ereignisreiche Jahr 1992. Oskar und seine Mitstreiter spielten zu dieser Zeit in der Sektion Tennis eines Markkleeberger Mehrspartenvereins, doch man beschloss, den immer stärker werdenden Wunsch nach Eigenständigkeit nicht mehr zu ignorieren: „Nach einigem Hin und Her erarbeiteten sieben Gründungsmitglieder Satzung sowie Finanzordnung, reichten diese beim zuständigen Amtsgericht ein und gründeten somit einen zweiten Markkleeberger Tennisverein“. Der TCM war geboren und erfreute sich schon bald eines stetigen Mitgliederzuwachses. Endlich existierte der langersehnte, eigenständige Verein, man fieberte einem regen Trainingsbetrieb und ambitionierten Punktspielen entgegen. Nun stellte der STV allerdings die Frage, ob man überhaupt die Voraussetzungen für einen aktiven Spielbetrieb mitbringe. Potenzielle Spieler zur Genüge – doch eigene Plätze? Fehlanzeige! Der Verein plante eifrig, doch da die Mühlen der Bürokratie langsam zu mahlen drohten, wich man vorerst auf bereits bestehende Anlagen im näheren Umkreis aus: „Ab 1997 gastierten wir auf der Anlage der SG Blau-Weiß Zwenkau, unsere Kinder- und Jugendlichen spielten bei Blau-Weiß Leipzig, so konnte der Spielbetrieb endlich starten. An dieser Stelle sei den beiden Vereinen nochmals für die Gastfreundschaft gedankt!“ Während die Spieler die ersten sportlichen Akzente der jungen Vereinsgeschichte setzten, begann das zähe Ringen um die Baugenehmigung – trotz der abgeschiedenen Lage abseits der Wohnimmobilien musste nach Bürgereingaben sogar ein Schallgutachten erstellt werden. „Im Jahr 2000 war es endlich so weit, die Stadt erteilte die nötige Baugenehmigung. Ausgestattet mit Baufreiheit und einem Privatkredit über 30.000 DM, den uns sechs euphorische Mitglieder gewährten, startete der fördermittelfreie Bau unserer Anlage, weitestgehend in Eigenregie und in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Und dank eiserner Sparmaßnahmen war auch der Mitgliederkredit schon bald getilgt.“ Etwas mehr als fünf Jahre nach der Vereinsgründung, im Mai 2001, erfüllt sich der lang gehegte Traum nun endlich: mit einem großen Turnier eröffneten wir unsere Plätze feierlich.  Noch heute treffen sich Gäste und Mitglieder jährlich zu zwei Schleifchenturnieren auf der Anlage des TCM, leiten die anstehende Sommersaison am Pfingstmontag ein und lassen sie im September mit den letzten Schlägen ziegelroter Tennisbälle ausklingen. Außerhalb der Sommermonate ist der Tennispark Zwenkau noch immer Heimspielstätte für die zwei Damen- und bis zu drei Herrenmannschaften sowie die Kinder- und Jugendlichen. Vereinseigene, lizensierte Trainer betreuen den Nachwuchs ganzjährig und bieten den Kindern mit Training, Punktspielbetrieb und Feriencamps jederzeit Spaß und Bewegung. Dies war heute wie vor 25 Jahren das Ziel, mittlerweile spielen bereits zwei Generationen ehemaliger TCM-Nachwuchsspieler in den Erwachsenenteams des Vereins. So entwickelte sich der kühne Traum einiger tennisverrückter Sportler zu einem gestandenen Verein, der mittlerweile älter ist als der Autor dieses Textes, und der seine Mitglieder auch außerhalb des Platzes zusammenschweißt. Die Freundschaft endet nicht an den hohen Zäunen der Plätze, denn man sitzt nach Training und Punktspiel noch oft bei Grillgut und guter Laune zusammen (vor Corona, Anm.d.Red.) und genießt unter freiem Himmel die Freiheit dieses einen Ortes, der sich ganz und gar um den geliebten weißen Sport dreht.

Regiene Linsmayer-Felder und Pascal Teubert

PS: Artikel auch im Markkleeberger Stadtjournal vom 28.04.2021 und im SachsenTennis

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